Honda stoppt drei Elektroautos
Honda zieht die Reißleine bei seiner Elektrostrategie in den USA. Der Hersteller stoppt drei geplante Modelle noch vor dem Produktionsstart und muss Milliarden Dollar abschreiben.
Honda beendet die Entwicklung von drei Elektroautos für Nordamerika noch bevor die Fahrzeuge in Produktion gehen. Betroffen sind der Honda 0 Series SUV, die 0 Series Limousine sowie der Acura RSX EV. Außerdem steht damit das Sony-Auto vor dem Aus. Die Modelle sollten in einem Werk im US-Bundesstaat Ohio gebaut werden. Zwei der Fahrzeuge waren für 2026 geplant, ein weiteres Modell sollte 2027 folgen. Das Programm ist damit beendet. Honda bewertet seine Elektrifizierungsstrategie neu.
Rekordverlust
Die Folgen sind erheblich. Honda erwartet Abschreibungen von bis zu 2,5 Billionen Yen, umgerechnet etwa 15,7 Milliarden US-Dollar (aktuell umgerechnet zirka 13,7 Milliarden Euro). Damit droht Honda ein historischer Jahresverlust. Es wäre der erste seit 1977 – dem Jahr, in dem der Konzern begann, konsolidierte Geschäftszahlen zu veröffentlichen.
Nachfrage nach Elektroautos schwächt sich ab
Honda begründet den Strategiewechsel mit einer deutlich veränderten Marktsituation. CEO Toshihiro Mibe erklärt, dass sich die Rahmenbedingungen schneller verändert hätten als erwartet. Besonders die Aussetzung von Förderprogrammen für Elektroautos in Nordamerika habe das Wachstum gebremst. Gleichzeitig verliert Honda in China an Wettbewerbsfähigkeit. Dort gewinnen lokale Hersteller stark an Marktanteilen. Unternehmen wie BYD profitieren dort stark von der Nachfrage nach heimischen Elektroautos.
Politische und wirtschaftliche Faktoren
Auch politische Entscheidungen spielen laut Honda eine Rolle. Der Hersteller nennt unter anderem US-Zölle als Belastung für das Geschäft. Hinzu kommen steigende Kosten der Elektromobilität sowie hohe Investitionen in neue Technologien.
Fokus rückt auf Hybridtechnik
Nach dem Strategiewechsel will Honda seine Ressourcen stärker auf Hybridfahrzeuge konzentrieren. Hybride kombinieren Verbrennungs- und Elektromotor und gelten derzeit als wichtiger Übergang zwischen klassischen Antrieben und reinen Elektroautos. Honda arbeitet dafür an einem neuen V6-Hybridantrieb, der künftig in mehreren großen Modellen eingesetzt werden soll. Dazu zählen unter anderem Pilot, Passport, Odyssey, Ridgeline und der Acura MDX. Den ausschließlich in den USA gebauten Passport will Honda künftig auch in Japan anbieten – als Linkslenker auf einem Rechtslenker-Markt.
Branche korrigiert ihre Elektropläne
Honda steht mit dieser Entwicklung nicht allein. Mehrere große Hersteller haben zuletzt ihre Elektrostrategien angepasst. Stellantis etwa rechnet mit Abschreibungen von mehr als 22 Milliarden Euro, während Ford rund 19,5 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) für den Umbau seiner Elektrostrategie verbucht.
