Dreier-BMW künftig ohne Diesel
Dabei hilft eine 8-Gang-Automatik. Manuelle Getriebe gibt es auch im Verbrenner-3er nicht mehr.
Mit dem Start des Konfigurators am 30. September ist der BMW 3er G50 in Deutschland ohne Diesel bestellbar. Damit endet im wichtigsten BMW-Modell der Mittelklasse eine Ära, die 1985 begann.
BMW bietet die achte Generation des 3ers (G50) ohne Dieselmotoren an. Beim Vorgänger G20 waren zuletzt fünf Selbstzünder erhältlich: 318d, 320d, 320d xDrive, 330d xDrive und M340d xDrive. Mit dem Start des Konfigurators für den neuen 3er am 30. September waren diese Varianten nicht mehr bestellbar.
BMW begründet den Schritt mit der aktuellen Portfoliostrategie und der Marktentwicklung. Die Nachfrage nach Dieselantrieben unterscheide sich regional deutlich. Deshalb konzentriere sich der Hersteller beim 3er auf die weltweit gefragtesten Antriebe. Die Entscheidung könnte auch andere Baureihen betreffen, weil sich Diesel in günstigeren Fahrzeugklassen weniger gut wirtschaftlich rechtfertigen lässt.
Vom 324d zum M340d
Damit endet im 3er eine Dieselgeschichte, die 1985 begann. In der zweiten Generation (E30) debütierte der 324d mit einem 2,4 Liter großen Reihensechszylinder ohne Turboaufladung. Der Motor leistete 86 PS. Zwei Jahre später ergänzte BMW das Angebot um den 324 td mit Turbolader. Er kam auf 115 PS und lag damit auf dem Niveau des ersten BMW-Diesels, der 1983 im 524 td eingesetzt wurde.
Der bisher stärkste Diesel-3er ist der M340d. Sein Motor leistet 340 PS und damit fast dreimal so viel wie der 324 td. Trotz des niedrigeren Verbrauchs wurden Dieselantriebe im Lauf der Jahre technisch und finanziell aufwendiger. Vor allem die Abgasnachbehandlung verteuerte die Motoren. In günstigeren Baureihen fällt es dadurch schwerer, einen Diesel wirtschaftlich anzubieten.
Abgasreinigung wird aufwendiger
Seit den RDE-Tests, bei denen die Emissionen im realen Straßenverkehr mit mobilen Messgeräten (PEMS) ermittelt werden, stehen die Stickoxidwerte besonders im Fokus. Zur Verringerung der NOx-Emissionen benötigen moderne Diesel unter anderem SCR-Katalysatoren und eine Harnstoffeinspritzung mit AdBlue. Bei Benzinmotoren lassen sich die Stickoxide mit herkömmlichen Katalysatoren leichter reduzieren.
Plug-in-Hybride können im elektrischen Fahrbetrieb lokal ohne Abgasemissionen unterwegs sein. BMW hat für 2027 erneut eine Plug-in-Hybridversion des 3ers angekündigt. Wer schon heute elektrisch fahren möchte, kann auf den neuen i3 ausweichen. Selbst die 374 PS starke Allradversion soll mit bis zu 710 Kilometern Reichweite weniger als zehn Prozent mehr kosten als der neue 320 mit Vierzylinder und 211 PS.
