Suzuki Jimny wird zum US-Straßenkreuzer
Ein japanischer Umbau verpasst dem Suzuki Jimny eine US-Ikonen-Optik. Was hinter den Square Eyes steckt und warum der Jimny damit ganz anders wirkt.
Der japanische Zubehörspezialist C.L.Link wagt gemeinsam mit Designer Ryo Ishikawa einen stilistischen Ausflug in die US-Automobilgeschichte. Basis des Projekts ist der Suzuki Jimny, der für den kommenden Tokyo Auto Salon (15. bis 17. Januar 2027) optisch auf links gedreht wurde. Statt des üblichen Offroad-Trimms steht hier eine amerikanische Performance-Legende Pate: der GMC Typhoon aus den frühen neunziger Jahren.
Das historische Vorbild galt seinerzeit als Exot unter den Geländewagen. Ausgestattet mit einem aufgeladenen 4,3-Liter-V6, 280 PS und einem Drehmoment von 475 Nm sprintete der originale Typhoon in 5,3 Sekunden auf Tempo 100. Da die Produktion auf die Jahre 1992 und 1993 beschränkt blieb, genießt das US-Original bis heute echten Kultstatus.
Der Suzuki-Umbau mit dem Projektnamen "Square Eyes x Low Down" greift diesen Geist auf, verzichtet jedoch auf mechanische Leistungssteigerungen. Unter der Haube arbeitet weiterhin der bekannte 1,5-Liter-Benziner des Serienfahrzeugs mit 102 PS. Der Fokus liegt stattdessen konsequent auf einer optischen Transformation, die die Silhouette des kleinen Japaners komplett neu zeichnet.
Quadratische Scheinwerfer
Bereits die Frontpartie bricht mit dem bekannten Jimny-Gesicht. C.L.Link ersetzt die runden Scheinwerfer durch markante eckige Leuchten, flankiert von einem neu gezeichneten Kühlergrill und einer eigenständigen Stoßstange. Zusätzliche Leuchten und gezielte rote Akzente zitieren das US-Vorbild detailgetreu. Als humorvoller Hinweis auf das Original prangt im Grill statt des GMC-Emblems der Schriftzug "UMC".
Auch beim Fahrwerk schlägt das Konzept einen unkonventionellen Weg ein. Eine Kombination aus Eibach-Federn und Bilstein-Dämpfern legt die Karosserie um 25 Millimeter tiefer. Ergänzt wird dieser Setup-Wechsel durch 16-Zoll-Felgen im UnionRim-TX-Design von C.L.Link, deren verchromte Oberfläche an klassische US-Stahlräder erinnert. Das Ergebnis ist ein authentischer Lowrider-Look, der diametral zur üblichen Offroad-Erwartung an den Suzuki steht.
Kein Ersatzrad und abgedunkelte Rückleuchten
Am Heck dominiert ebenfalls die Devise des Cleanings. Das sonst außen am Kofferaufbau montierte Reserverad entfällt und weicht einer glatten, lackierten Blende, wobei die Halterung optional erhalten bleibt. Abgedunkelte Rückleuchten mit integrierten roten Reflektoren runden das stimmige Abschlussbild ab.
Im Innenraum setzt sich die veredelte Linie fort. Vorn übernehmen Recaro Classic LS Schalensets das Kommando, während die hintere Sitzbank einen farblich und materialtechnisch angepassten Bezug aus einem Leder-Alcantara-Mix mit exakt abgestimmten Ziernähten erhält. Ob das martialisch auftretende Einzelstück nach seiner Premiere in Tokio in Serie geht oder ein reines Schauobjekt bleibt, will der Tuner im weiteren Projektverlauf bekannt geben. Bestellungen nimmt der Hersteller jedenfalls bereits entgegen.
