Das ist der stärkste Elektro-Traktor seiner Klasse
Ein leistungsstarker E-Traktor kommt ab sofort aus Bayern. Zum Konzept gehört auch ein Wechselakku-System.
Auf den ersten Blick wirkt der Tadus T16.20 wie ein ganz normaler Traktor. Deine Besonderheit steckt in der Technik, den der Tadus wurde in seiner ganzen Konzeption auf einen rein elektrischen Antrieb ausgelegt.
Gegründet wurde der Traktorhersteller mit Sitz im bayerischen Schnaitsee erst im Jahr 2021 von Thaddäus und Johanna Baier mit dem Ziel, Landwirtschaft effizienter, nachhaltiger und unabhängiger zu machen. Die Entwicklung des Elektro-Traktors wurde durch den bayerischen Staat gefördert. Ein erster Prototyp wurde auf der AgriTechnica 2025 vorgestellt, im Herbst 2026 soll die Serienproduktion und der Verkauf starten.
Alle Antriebe rein elektrisch
Der E-Traktor Tadus T16.20 setzt auf ein intelligentes Mehrmotoren-Antriebssystem und ein wechselbares Batteriesystem. Der elektrische Antriebsstrang leistet 120 kW (160 PS) in der Spitze, die Dauerleistung wird mit 80 kW (110 PS) angegeben. Zwei E-Maschinen sorgen für den Radantrieb (Allradantrieb mit Differenzialsperren an beiden Achsen), weitere übernehmen den Antrieb der Front- und der Heckzapfwelle sowie der Hydraulikeinheit, die bis zu 200 bar Duck liefert. Ein zentrales Steuermodul koordiniert die Energieflüsse und versorgt Fahrantrieb, Zapfwellen und Hydraulik bedarfsgerecht. Die Fahrgeschwindigkeit das 8,1 Tonnen schweren Tadus lässt sich stufenlos vorwärts mit zu 40 km/h und rückwärts mit bis zu 20 km/h einstellen.
Spart viel, arbeitet lang
Energie liefert eine 196 kWh große Lithium-Ionen-Batterie, die über bidirektionale Ladetechnik verfügt. Die maximale Lade-/Entladeleistung liegt bei 120 kW. Damit kann die Batterie Bestandteil des betrieblichen Energiemanagements werden. Beispielsweise als Teil einer Biogas- oder einer Photovoltaikanlage. Gegenüber einem Dieselbetrieb sollen so bis zu 75 Prozent Betriebskosten eingespart werden können. Auch die Wartungskosten sollen gegenüber herkömmlichen Traktoren um 50 Prozent sinken.
Der Energiespeicher, der zentral unter der Fahrerkabine sitzt, ist zudem als Wechselakku ausgelegt. Ein Tausch soll in nur fünf Minuten möglich sein. Einem Dauerbetrieb des Traktors stehen damit alle Türen offen. Mit einer Batterieladung sollen je nach Einsatzzweck vier bis mehr als acht Stunden möglich sein.
Zur weiteren Ausstattung gehören auch ein Heckkraftheber mit 5 Tonnen Hubkraft und ein Frontkraftheber mit 3 Tonnen Hubkraft, die über die herkömmlichen Aufnahmen alle möglichen Zusatzgeräte aufnehmen können. Die Kabine samt diverser Bedienelemente übernimmt der Tadus von der Claas Arion-Serie.
Die ersten Tadus T16.20-Serienmodelle sollen noch vor Jahresende produziert werden. Als Grundpreis nennt Tadus 300.000 Euro netto.
