Renault E-Space Concept bringt drehbare Sitze
Renault zeigt mit dem E-Space Concept einen Elektro-Van für sechs Personen mit drehbaren Einzelsitzen, Lounge-Türen und 800-Volt-Plattform.
Renault richtet das E-Space Concept als Elektro-Van für sechs Personen aus. Statt klassischer Sitzbänke gibt es drei Reihen mit ähnlich gestalteten Einzelsitzen. Das wirkt wie ein Zugabteil auf Rädern. Der überraschende Punkt sind die Drehfunktionen: In der zweiten Reihe können beide Sitze um 180 Grad nach hinten schwenken. Zusammen mit der dritten Reihe entsteht eine Runde, in der vier Personen einander gegenübersitzen.
Renault setzt noch einen drauf und denkt den Raum als "Möbelstück": Die Mittelkonsole ist verschiebbar und kann je nach Ausführung einen Luftreiniger, einen kleinen Kühlschrank oder Spielcontroller tragen. Für die zweite Reihe sind Klapptische an den Vordersitzen vorgesehen, jeweils mit einem 12,3-Zoll-Bildschirm. Klappt man die zweite Reihe um, wird daraus eine größere Tischfläche für die dritte Reihe.
Viel Glas und große Türen
Auch die Karosserie thematisiert Transparenz und Aufenthaltsqualität. Große Glasflächen und eine tief angesetzte Gürtellinie lassen den Aufbau fast wie ein Wintergarten wirken. Renault ersetzt klassische Außenspiegel durch Kameras.
Ein echter Hingucker sind die Türen: Hinten angeschlagene Türen kommen ohne feststehende B-Säule aus. Dadurch entsteht beim Einsteigen eine Öffnung, die eher an eine Lounge erinnert als an einen üblichen Van.
Bei den Abmessungen liegt die Studie im Familienformat, aber nicht in der Transporter-Klasse. Renault nennt 4,70 Meter Länge, 2,02 Meter Breite und 1,67 Meter Höhe. 23-Zoll-Räder und weit nach außen gerückte Räder lassen ihn deutlich breiter auftreten, als es die reine Länge vermuten lässt.
Cockpit bricht Gewohnheiten
Im Cockpit zeigt Renault ein "OpenR Panorama"-Display, das quer über die Instrumententafel läuft. Die Anzeige ist 1.130 Millimeter breit und 110 Millimeter hoch, also eher wie ein langes Sichtfenster als ein klassisches Zentraldisplay. Überraschend ist: Es ist nicht als Touchscreen gedacht.
Bedient wird stattdessen über zwei separate, bewegliche Displays neben dem Lenkrad. Sie sitzen seitlich an einem zylindrischen Träger, der fast wie eine Halterung aus dem Flugzeugcockpit wirkt. Das Konzept bricht mit der derzeit üblichen Logik "alles auf einen großen Touchscreen".
Dazu passt das Lenkprinzip: Renault nennt eine Steer-by-Wire-Lenkung, also ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern. Das kompakte, oben offene Lenkgerät wirkt mehr wie ein Steuerbügel als ein klassisches Lenkrad.
Elektro-Basis bleibt offen
Zum elektrischen Antrieb bleibt Renault vage. Es gibt keine Angaben zu Motorleistung, Batteriegröße, Reichweite oder Ladezeiten. Für einen Elektro-Van sind das aber genau die Zahlen, die am Ende über Alltagstauglichkeit und Preis entscheiden.
Renault verweist immerhin auf eine technische Richtung: Als Basis nennt der Hersteller eine neue RGEV-800-Volt-Plattform. 800 Volt sind bei E-Autos vor allem ein Hinweis auf Lade-Architektur, also die elektrische "Spannungsebene", die hohe Ladeleistung technisch erleichtern kann.
Damit ist auch die Marktfrage für Deutschland noch nicht zu beantworten: Ein Siebensitzer oder Sechssitzer im Van-Format steht und fällt mit Reichweite auf Urlaubsfahrten, Ladepausen und einem Preis, der nicht sofort in die Shuttle-Liga rutscht.
