Sturm sieht klare Rollenverteilung: "Buffalo definitiv Favorit"
Der Headcoach rechnet sich mit den Boston Bruins in den Playoffs gegen die Sabres aber dennoch etwas aus. Los geht es in der Nacht zu Montag.
Auf dem Papier wartet auf die Boston Bruins in den NHL-Playoffs eine der schwierigsten Aufgaben im Osten, und deshalb sind für Marco Sturm die Rollen auch klar verteilt. "Buffalo ist definitiv der Favorit", sagte der deutsche Headcoach vor dem Auftakt bei den Sabres in der Nacht zum Montag (01.30 Uhr MESZ). Chancenlos sei seine Mannschaft aber keineswegs.
Gleich in seiner ersten Saison als NHL-Cheftrainer hatte Sturm die Bruins zurück in die Meisterrunde geführt - über eine Wildcard. Buffalo dagegen qualifizierte sich als Sieger der Atlantic Division, war Zweiter der Eastern Conference. "Wenn wir die Sabres spielen lassen, dann wird es auch schwer für uns, wenn wir das gleiche Spiel spielen möchten wie Buffalo, dann wird es schwer für uns. Wir haben einen total anderen Stil als Buffalo", betonte Sturm am Freitag in einem Call mit deutschen Medienvertretern.
"Buffalo ist schneller als wir, sie sind technisch besser als wir, aber wir sind einfach robuster, stabiler und haben mehr Erfahrung", so Sturm: "Deswegen müssen wir auch cool bleiben, konzentriert bleiben. Und ich denke, wenn wir das machen, dann haben wir auch eine Chance. Letztendlich kommt es doch auf uns an."
Boston hatte die Buffalo Sabres zu Saisonbeginn zweimal geschlagen, in vier Hauptrundenspielen gab es drei Siege. Im Vergleich zum Herbst sei der Gegner aber "eine ganz andere Mannschaft", erklärte der frühere Bundestrainer, "sie haben jetzt auch gelernt, wie man spielen muss, um Erfolg zu haben."
Dass die Bruins kurz vor dem Ende der Regular Season fünfmal in Serie verloren haben, beunruhigt Sturm überhaupt nicht. "Wir hatten einige Höhen und Tiefen, aus denen wir immer wieder gelernt haben. Und deswegen ist es für uns einfach jetzt alles abgehakt", sagte der 47-Jährige.
Mit den Playoffs beginne "eine neue Saison, es ist wieder ganz was anderes", so Sturm. Die Regular Season sei "eigentlich schön und gut, aber man spielt den wunderschönen Sport wegen den Playoffs. Wir genießen einfach jetzt die Zeit."
Bei der Vergabe des Jack Adams Award für den besten NHL-Trainer gehört Sturm nicht zu den medial genannten Kandidaten, dem Dingolfinger ist es egal. "Mich interessiert das eigentlich gar nicht", so Sturm: "Für mich ist entscheidend, dass ich persönlich weiß und vor allem meine Spieler, die Organisation, dass die wissen, was ich für Arbeit mache hier. Das ist für mich das Wichtigste und alles andere brauche ich nicht."