Mit einem 718 Formel 2 von 1960 aus dem Porsche Museum am Solitude Revival teilzunehmen, zählt sicherlich mit zum Besten, was einem im historischen Motorsport passieren kann.
Wer bei der Vorbeifahrt eines der historischen Renner keine Gänsehaut bekommt, sollte besser Briefmarken sammeln. Links das zweite ONS-Auto, ein Porsche 928 Urmodell.
Solitude Revival? Tatsächlich braucht es diese Veranstaltung, um daran zu erinnern, dass es einst zwischen der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt und dem benachbarten Leonberg eine richtige Formel-1-Rennstrecke gab, auf der bis 1965 Grand-Prix-Rennen ausgetragen wurden – zu denen regelmäßig 400 000 Zuschauer pilgerten.
Die Rennen und Heldentaten von damals sind längst Geschichte, doch die 11,3 Kilometer lange, dreiecksförmige Naturrennstrecke ist immer noch da und präsentiert sich bis auf 300 Meter im originalen Verlauf.
Beim alle zwei Jahre stattfindenden Solitude Revival hingegen ist die Beschränkung zur Freude aller rund 400 Teilnehmer mit ihren Rennmotorrädern, Renngespannen und Rennwagen weitgehend aufgehoben.
Und so donnert, brüllt und kreischt hier alle zwei Jahre auf ein paar Landstraßen, auf denen die Leute normalerweise zur Arbeit fahren, alles über die Piste, was im Rennsport Rang und Namen hat, von Abarth bis Zagato und von Vorkriegsrennwagen bis zur Formel 1.
Achtung, Kurve: Kaum zu glauben, dass hier das britische Ausnahmetalent Jim Clark im Lotus 1963 den ewigen Rekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 179,4 km/h zementierte.
Vorbereitung für den Lauf im Porsche-Zelt am Achtzylinder-Boxermotor des Porsche 804 Formel 1, mit dem der Amerikaner Dan Gurney hier auf der Solitude 1962 das Formel-1-Rennen gewonnen hat.
Vorne ein moderner 718 Cayman, hinten der Formel-2-718 von 1960. Mach‘s gut, kleiner Porsche, in spätestens zwei Jahren sehen wir uns hoffentlich wieder und tanzen zusammen durchs Mahdental.