Vier Weltpremieren auf der Messe Auto China 2026
Mit dem Jetta X zeigt Volkswagen ein Konzeptfahrzeug für den chinesischen Elektro-Einstiegsmarkt.
Mit vier Weltpremieren und zehn neuen Modellen startet Volkswagen in Peking seine bislang größte China-Offensive für Elektroautos.
Die Volkswagen Group will auf der Messe Auto China 2026 in Peking kräftig durchstarten. Im Gepäck hat der Konzern zehn neue Modelle von vier Marken, die unter dem Motto "In China, für China" wenig missverständlich speziell für den chinesischen Markt entwickelt wurden. Im Mittelpunkt stehen dabei vier Weltpremieren sowie neue Fahrerassistenz- und Cockpitsysteme.
Volkswagen verfolgt damit eine Strategie, die stärker als früher auf eine lokale Entwicklung und eine schnelle Umsetzung neuer Modelle setzt. Die vor drei Jahren gestartete China-Strategie soll dazu führen, das Innovationspotenzial innerhalb Chinas besser zu nutzen. Offenbar ist der Marke das Entwicklungstempo in der deutschen Heimat zu langsam.
Mehr Entwicklungsarbeit in China
China wird damit nicht nur ein zentraler Absatzmarkt, sondern immer stärker Entwicklungsstandort. Nach Angaben des Unternehmens wurde in weniger als drei Jahren ein neues Produktportfolio für den lokalen Markt aufgebaut. 2026 sollen im Schnitt alle zwei Wochen neue Fahrzeuge vorgestellt werden. Insgesamt kündigt der Konzern für dieses Jahr mehr als 20 neue elektrifizierte Modelle an. Dazu zählen batterieelektrische Fahrzeuge ebenso wie Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender. Parallel dazu sollen auch überarbeitete Verbrenner auf den Markt kommen.
Bei der Kernmarke Volkswagen stehen vier elektrifizierte Modelle aus den lokalen Gemeinschaftsunternehmen im Fokus. Zwei davon feiern ihre Weltpremiere. Der ID. Aura T6 von FAW-Volkswagen feierte als erstes Modell der neuen ID. Aura-Baureihe Premiere. Das Fahrzeug tritt im stark umkämpften Segment der vollelektrischen Mittelklasse-SUVs an. Technische Basis ist die lokal entwickelte China Electronic Architecture (CEA), die Over-the-Air-Updates sowie Fahrerassistenzsysteme auf L2++-Niveau ermöglichen soll.
Ebenfalls neu ist der ID. Unyx 09 von Volkswagen Anhui. Die seriennahe, rund fünf Meter lange Elektro-Limousine setzt auf ein großes Karosserieformat und moderne Digitaltechnik. Genannt werden ein L2++-Assistenzsystem, leistungsfähige Rechnertechnik sowie ein KI-gestützter Sprach- und Bedienassistent.
Jetta mit Showcar
Mit dem Jetta X zeigt Volkswagen außerdem ein Konzeptfahrzeug für den chinesischen Elektro-Einstiegsmarkt. Das Modell markiert den Start der Elektrifizierung der Submarke Jetta und soll die neue Designsprache "Modern Robust" einführen. Bis 2028 sind vier elektrifizierte Jetta-Modelle angekündigt, das erste davon soll noch in diesem Jahr starten.
Auch Audi treibt seine China-Strategie voran und präsentiert den AUDI (mit Großbuchstaben) E7X. Das Modell ist das zweite Serienfahrzeug der China-exklusiven Marke AUDI und zugleich deren erster speziell für China entwickelter SUV. Es ist das zweite Serienfahrzeug der neuen Marke AUDI, die speziell auf chinesische Kunden zugeschnitten wurde. Das Interieur soll erst an den folgenden Messetagen gezeigt werden.
Der vollelektrische Premium-SUV wird mit zwei Antriebsvarianten angeboten, deren Systemleistung bei 300 kW beziehungsweise 500 kW liegt. Geplant sind zudem hochautomatisierte Fahrfunktionen auf Level 3. Serienmäßig setzt das Modell auf den Allradantrieb Quattro. Darüber hinaus bringt Audi mehrere bekannte und neue Modelle nach Peking. Dazu zählen der Audi A6L, der elektrische Audi A6L E-Tron sowie der AUDI E5 Sportback.
Neben Fahrzeugen rückt Volkswagen verstärkt Software und Assistenzsysteme in den Mittelpunkt. Das konzerneigene China-Kompetenzzentrum Carizon stellt neue ADAS-Lösungen vor. Die Systeme arbeiten auf Level 2 und unterstützen Navigation mit automatisierten Fahrfunktionen in Stadt und Autobahnverkehr sowie automatisiertes Parken.
Eine zentrale Rolle soll künftig künstliche Intelligenz spielen. Nach Vorstellung des Konzerns sollen Fahrzeuge stärker auf Sprache, Gewohnheiten und individuelle Nutzungsmuster reagieren. Die Fähigkeit des Fahrzeugs, den Nutzer zu verstehen und Funktionen passend bereitzustellen, wird dabei als nächster Entwicklungsschritt gesehen.
Auch andere Konzernmarken nutzen die Messe. Porsche kündigt für Peking ein neues Modell der vollelektrischen Cayenne-Familie an. Damit setzt auch die Sportwagentochter ihre Elektrifizierungsstrategie im chinesischen Markt fort.
