Wie Sie Ihre Bonität für den Autokredit auf Vordermann bringen können
Wie Sie Ihre Bonität für den Autokredit auf Vordermann bringen können
Von weniger Girokonten bis zum Löschen von Negativeinträgen – Kreditwürdigkeit lässt sich planen.
Ist ihre Kreditwürdigkeit eher mau, wird es schwer, ein Auto mit Kredit zu finanzieren. Doch man kann im Vorfeld einiges tun, um bessere Chancen bei einem Kreditinstitut zu haben.
Ohne die nötige Bonität kein Autokredit
Autos sind angenehme und praktische Begleiter – aber vor allem in der Anschaffung ziemlich teuer. Insofern kommen viele Käufer, ob privat oder für den Fuhrpark, nicht darum herum, für den Autokauf einen Kredit aufzunehmen. Für den wiederum muss man einige Voraussetzungen erfüllen. Eine der wichtigsten: die nötige Bonität. Diese gibt dem Kreditgeber Auskunft darüber, ob Sie kreditwürdig sind und er damit rechnen kann, dass Sie die monatlichen Ratenzahlungen zuverlässig und ohne Zahlungsausfall leisten werden. Um zu erfahren, wie es um Ihre Bonität bestellt ist, wird das Kreditinstitut in der Regel über eine Auskunftei wie die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) Ihren sogenannten Score in Erfahrung bringen. Je höher er ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie eine Autofinanzierung zu sehr guten Konditionen bekommen. Umgekehrt senkt ein weniger guter Score Ihre Chancen.
Ein sehr guter Schufa-Score liegt übrigens bei 97,5 Prozent und höher, ein guter bei mindestens 95 Prozent. 100 Prozent werden Sie hingegen selbst bei Top-Werten in allen Bereichen nie bekommen, weil immer einkalkuliert wird, dass Sie im Todesfall Restschulden haben könnten.
Eine weniger gute Bonität muss zwar nicht zwangsläufig dazu führen, dass Ihr Autokredit abgelehnt wird. Doch Sie müssen sich meist auf Nachteile bei den Konditionen einstellen, indem etwa die Zinsen höher sind oder Laufzeiten und Ratenmodalitäten ungünstiger sind. Wird der Kreditantrag sogar negativ beschieden, führt das möglicherweise zu einem Eintrag in Ihre Bonitäts-Akte und Ihr Score verschlechtert sich noch weiter.
Das Gute aber ist, dass sich der nächste Autokauf in den meisten Fällen durchaus mit etwas Vorlauf planen lässt. Wenn Sie also wissen, dass Sie in den nächsten paar Jahren eine Finanzierung brauchen werden, weil Sie Ihren Gebrauchten dann verkaufen und einen neuen Wagen erwerben wollen, können Sie bereits im Vorfeld an den nötigen Stellschrauben drehen, um Ihre Bonität für den nächsten Autokredit aufzubessern. Denn Ihre Kreditwürdigkeit wird nicht statisch bewertet, sondern kann sowohl schlechter als auch besser werden.
Tipps, mit denen Sie beim Autokauf kreditwürdiger werden:
- Holen Sie eine Selbstauskunft ein und kontrollieren Sie die Daten
Wenn Sie einen wichtigen Kreditantrag planen, ist es zunächst wichtig, zu wissen, wo Sie stehen. Als Privatperson können Sie beispielsweise bei der Schufa eine kostenlose "Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DSGVO)" anfordern. Stoßen Sie bei dieser Selbstauskunft auf falsche oder veraltete Einträge – und das kommt bei mehr als jeder dritten Bonitäts-Auskunft vor –, haben Sie das Recht auf eine Korrektur. - Machen Sie erst mal keine Kreditanfragen
Das klingt zwar widersinnig, wenn man beispielsweise einen Autokredit für sein nächstes Fahrzeug braucht. Aber gerade, wenn Sie Angebote vergleichen und mehrere Kreditanfragen rausschicken, kann das negativ für Sie sein. In Ihren Unterlagen wird eine Kreditanfrage nämlich ein Jahr gespeichert und es könnte so aussehen, als sei Ihre Anfrage mehrfach abgelehnt worden. Das wiederum ist ungünstig für Ihren Bonitäts-Score. Die bessere Variante: Fragen Sie die Konditionen der Bank ab. Dann wird noch keine Bonitätsauskunft gestartet und Sie können sich diese aufheben, bis Sie sich anhand der Konditionen für einen Kreditgeber entschieden haben. - Zeigen Sie, dass Sie pünktlich zahlen
Die Nachlässigkeit, Rechnungen oft erst nach Mahnungen oder gar, wenn die Schreiben eines Inkassobüros eintrudeln, zu bezahlen, sollten Sie unbedingt vermeiden. Das schwächt Ihre Bonität. Negative Einträge, die nach zweifacher Mahnung erfolgen, vermeiden Sie hingegen, wenn Sie fristgerecht Ihre Rechnungen zahlen. Hilfreich sind bei regelmäßigen Zahlungen, die man leicht mal aus dem Blick verliert, Lastschriftmandate. - Leben Sie nicht im Dispo
Ebenfalls eine verbreitete, aber für Ihre Kreditwürdigkeit nachteilige Angewohnheit ist es, häufig sein Konto zu überziehen und den Dispokredit zu nutzen. Diese Überziehung wird meist automatisch der Schufa gemeldet. Nutzen Sie den Dispo gar regelmäßig und reizen ihn aus, wirkt es so, als hätten Sie finanzielle Probleme. Nutzen Sie ihn hingegen nur kurz und gleichen das Konto zügig aus, wird es keine großen Auswirkungen auf Ihre Bonität haben. - Zahlen Sie andere Ratenkredite zurück
Mehrere Kredite sind nicht vorteilhaft für Ihre Bonität. Insofern sollten Sie alte Schulden möglichst erst einmal abzahlen, bevor Sie einen weiteren Kredit aufnehmen. Erweisen Sie sich mit der letzten Rate als guter Schuldner, ist das durchaus positiv für Ihren nächsten Kreditantrag. - Reduzieren Sie Girokonten und Kreditkarten
Wer glaubt, die Tatsache, gleich eine Vielzahl an Girokonten und Kreditkarten zu haben, untermauere die eigene Zahlungsfähigkeit, irrt. Ein oder zwei Kreditkarten, die Sie auch schon lange haben, wertet die Schufa zwar als positiv. Eine Vielzahl von Karten oder Girokonten wird jedoch eher als Hinweis gelesen, dass Sie möglicherweise ständig diverse Kreditrahmen ausschöpfen. Auch ein häufiger Wechsel der Banken, etwa wegen Sonderaktionen, ist nachteilig. - Kaufen Sie online wenig auf Rechnung
Denn selbst wenn Sie hier pünktlich zahlen, rächen sich viele Käufe auf Rechnung, indem sie wie ein kurzfristiges Darlehen gewertet werden und Ihren Score verschlechtern. Bezahlung der Ware per Paypal oder Kreditkarte ist also von Vorteil. - Ziehen Sie nicht ständig um
Hier ist es ebenso wie beim häufigen Wechsel der Banken: Es wird als unsteter Lebensstil verstanden und lässt Sie beim Bonitäts-Score eher unzuverlässig wirken. Je stetiger Sie hingegen leben, desto besser.
