Billige Stromparty statt hoher Spritkosten
Tanken tut weh – Strom laden dagegen nicht. Und während Benzin- wie Dieselpreise steigen, werden viele voll alltagstaugliche Elektroautos auf dem Gebrauchtmarkt längst als Schnäppchen für weniger als 15.000 Euro gehandelt. Drei besonders interessante Kandidaten: der Hyundai Ioniq 5, das Tesla Model 3 und der Volkswagen ID.3.
Wer dieser Tage an der Zapfsäule steht, hat selten gute Laune. Benzin und Diesel sind längst zu einem spürbaren Kostenfaktor geworden – vor allem für Pendler und Vielfahrer. Gleichzeitig verlieren Elektroautos deutlich an Wert. Für Gebrauchtwagenkäufer und Schnäppchenjäger war das Angebot nie größer.
Besonders spannend sind aktuell drei Modelle, die sehr unterschiedliche Stärken haben: der futuristisch gestylte Hyundai Ioniq 5 , die Effizienz-Ikone Tesla Model 3 und der kompakte Alltagsheld Volkswagen ID.3 . Hier bekommt man erstaunlich viel Elektroauto fürs Geld – und kann sich von teurer Tankstellenroutine lossagen.
Hyundai Ioniq 5: Der Lademeister
Als der Hyundai Ioniq 5 auf den Markt kam, wirkte er wie ein Blick in die Zukunft: kantiges Retro-Design, viel Platz und eine Technik, die sonst eher in deutlich teureren Autos zu finden war. Das Highlight ist bis heute die 800-Volt-Architektur – ein System, das in dieser Klasse lange Zeit eine absolute Ausnahme war. Der praktische Effekt zeigt sich an der Ladesäule. Während viele Elektroautos eine halbe Stunde oder länger brauchen, um den Akku von zehn auf 80 Prozent zu füllen, erledigt der Ioniq 5 diesen Job unter optimalen Bedingungen in rund 18 Minuten. Wer regelmäßig längere Strecken fährt, spart also viel Zeit.
Auch im Innenraum überrascht der Koreaner. Mit seinem drei Meter langen Radstand spielt er platzmäßig fast in der Oberklasse. Der flache Fahrzeugboden und die verschiebbare Rückbank sorgen für ein besonders luftiges Raumgefühl. Dazu kommen 527 Liter Kofferraum und ein zusätzlicher kleiner Stauraum unter der Fronthaube. Bei den Antrieben reicht die Palette vom Hecktriebler mit 229 PS bis zum Allradmodell mit 325 PS. Selbst die Basisversion beschleunigt in gut siebeneinhalb Sekunden auf Tempo 100, die stärkere Variante erledigt den Sprint in gut fünf Sekunden – das ist sportlicher, als das klobige Design vermuten lässt.
Auf dem Gebrauchtmarkt entwickelt sich der Ioniq 5 gerade zum echten Geheimtipp. Frühe Versionen mit kleiner Batterie beginnen bei rund 19.500 Euro, die beliebtere 77-kWh-Variante startet bei etwa 24.000 Euro. Damit hat der Koreaner in wenigen Jahren mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Doch das Beste: Hyundai gewährt auch beim Ioniq 5 ganze fünf Jahre Garantie – Konzernschwester Kia sogar sieben Jahre.
Tesla Model 3: Der Effizienz-König
Beim Tesla Model 3 ist die Sache klar: Kaum ein Elektroauto geht so sparsam mit Energie um. Und genau das macht es im Alltag so attraktiv. Der niedrige Verbrauch bedeutet nicht nur ordentliche Reichweiten, sondern vor allem niedrige Stromkosten. Dazu kommt das Softwarepaket, das Tesla seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Navigation, Ladeplanung und Smartphone-App greifen nahtlos ineinander. Wer eine längere Strecke plant, bekommt automatisch die passenden Ladestopps inklusive aktueller Auslastung der Supercharger angezeigt – komfortabler geht es kaum.
Das Interieur ist typisch Tesla: minimalistisch bis an die Schmerzgrenze. Knöpfe sind Mangelware, fast alles läuft über den großen zentralen Touchscreen. Das wirkt zunächst ungewohnt, sorgt aber für ein sehr aufgeräumtes Cockpit. Beim Platzangebot bietet die Limousine vorne viel Raum, während es im Fond wegen des hohen Batteriebodens etwas enger zugeht. Dafür punktet das Model 3 mit reichlich Stauraum: Neben dem großen Heckkofferraum gibt es auch unter der Fronthaube ein zusätzliches Gepäckfach.
Die Fahrleistungen können sich sehen lassen. Schon die Standardversion mit Heckantrieb beschleunigt in rund 6,1 Sekunden auf Tempo 100 – schneller als viele klassische Mittelklasse-Benziner. Besonders interessant wird das Model 3 beim Blick auf die Gebrauchtpreise. Fahrzeuge aus den Baujahren 2020 bis 2022 starten inzwischen bei gut 15.000 Euro.
VW ID.3: Der unterschätzte Alltagsprofi
Der Volkswagen ID.3 hat es auf dem Markt nie ganz leicht gehabt. Softwareprobleme in der Anfangsphase und eine etwas nüchterne Innenraumgestaltung haben ihm nicht unbedingt geholfen. Doch rein technisch sind die ID-Modelle durchweg gelungene und solide Elektroautos. Vor allem im Alltag spielt der ID.3 seine Stärken aus. Trotz kompakter Außenmaße bietet er erstaunlich viel Platz im Innenraum. Besonders angenehm ist der kleine Wendekreis von guten zehn Metern. Dank Hinterradantrieb können die Vorderräder sehr stark einschlagen – ein echter Vorteil in engen Innenstädten oder Parkhäusern.
Auch beim Fahren überzeugt der ID.3 mit einem komfortablen, ausgewogenen Fahrwerk. Die Motoren leisten je nach Version zwischen 204 und 231 PS und beschleunigen den Kompakten in rund sieben Sekunden auf Tempo 100 – völlig ausreichend für den Alltag. Der große Pluspunkt ist aber der Preis. Frühe Modelle mit 58-kWh-Batterie beginnen inzwischen bei weniger als 12.000 Euro. Damit gehört der ID.3 zu den günstigsten modernen Elektroautos auf dem Markt – und bietet dennoch solide Reichweiten und ordentliche Schnellladeleistungen.
