"Fühlt sich besser": Kiesler auch gegen Kroatien fraglich
Der Abwehrspezialist verpasste das Hauptrunden-Finale gegen Frankreich wegen eines Magen-Darm-Infekts. Seine Fitness wird zum Wettlauf gegen die Zeit.
Deutschlands Handballer müssen womöglich auch im EM-Halbfinale gegen Vizeweltmeister Kroatien auf ihre Abwehrkante Tom Kiesler verzichten. "Er fühlt sich besser", sagte Nationalmannschaftsmanager Benjamin Chatton am Donnerstag im deutschen Teamquartier in Silkeborg. Der Magen-Darm-Infekt habe Kiesler aber "sehr mitgenommen. Wir müssen die nächsten 24 Stunden abwarten."
Kiesler hatte das entscheidende Hauptrundenspiel gegen Titelverteidiger Frankreich (38:34) verpasst und war im Hotel geblieben. "Als wir das Hotel verlassen haben, hat er im Viertelstundentakt gekotzt", hatte Bundestrainer Alfred Gislason nach dem Spiel berichtet. "Ich hoffe natürlich, dass wir es hinkriegen, dass er spielen kann."
Abwehrspezialist Kiesler zählt zu den wichtigen Säulen in der deutschen Deckung. Gislason bezeichnete den 24-Jährigen vom VfL Gummersbach nach dem Einzug in die Medaillenspiele gar als den "besten Abwehrspieler des Turniers".
Gegen die Kroaten, die Deutschland in der Vorbereitung (33:27, 32:29) zweimal bezwungen hatte, wartet eine knifflige Aufgabe. Die vergangenen drei Turnier-Duelle gingen an die Kroaten, die seit 2024 von Deutschlands Europameister-Coach Dagur Sigurdsson gecoacht werden. Der bislang letzte DHB-Sieg im Rahmen eines Turniers gelang bei der WM 2019 in der Hauptrunde (22:21).
"Die Kroaten werden extrem emotional und körperlich spielen", sagte Julian Köster. Es werde eine "andere Dynamik aus dem Rückraum sein als gegen die Franzosen und ein ganz anderes Spiel". Die Stimmung im deutschen Team sei "jetzt ein bisschen entspannter, weil wir ein großes Ziel erreicht haben. Aber wir sind noch nicht fertig." Chatton meinte: "Wir wollen unsere Geschwindigkeit nicht verlieren und müssen vielmehr noch eine Kohle drauflegen. Dann können wir Großes erreichen, nämlich das Finale."