So halten Sie Ihre Heizung in Schuss
Oft ist ein geschlossenes Ventil am Verteilerblock oder an der Gasflasche die Ursache für die Fehlermeldung. Oder der Crashsensor hat ausgelöst.
Stellen Sie sich vor, Sie sind beim Wintercamping und die Heizung im Reisemobil funktioniert nicht richtig. promobil verrät, was dann zu tun ist – und gibt Tipps, wie es erst gar nicht so weit kommt.
Wintercamping kann sehr schön sein. Tagsüber genießen Sie die verschneite Landschaft, abends ziehen Sie sich ins warme Reisemobil zurück, trinken eine wärmende Tasse Tee oder stellen sich unter die heiße Dusche. Doch was, wenn weder die Heizung funktioniert noch warmes Wasser aus der Brause kommt?
Dann ist schnelle Hilfe gefragt. Viele Fehlermeldungen lassen sich selbst beheben – oder können durch passendes Zubehör und regelmäßige Pflege vermieden werden.
Welche Störmeldungen können an einer Heizung auftreten?
Oft sind es relativ banale Dinge, die eine Störmeldung auslösen – und die sich dann selbst beheben lassen. Wohl häufigster Fall bei einer Gasheizung ist eine unterbrochene Gaszufuhr.
Typische Ursachen des häufigsten Fehlers E 517 H
- Leere Gasflasche
- Zugedrehtes Flaschenventil oder Absperrhahn
- Ausgelöster Crashsensor
Auf dem CP‑Plus-Display der Truma Combi wird das mit dem Fehlercode E 517 H angezeigt. Das "E" steht für "Error" (Fehler), die Zahl 517 beschreibt die fehlende Gasversorgung, und das "H" weist auf einen Heizungsfehler hin.
So beheben Sie den Fehler:
- Gaszufuhr wiederherstellen
- Fehlermeldung am Panel quittieren
- Achtung: Wird die Heizung mehrfach erfolglos gestartet, blinkt die Meldung. Dann 15 Minuten warten, bevor ein neuer Startversuch erfolgt.
Fehlermeldung vs. Warnmeldung – das ist der Unterschied
Neben Fehlermeldungen gibt es Warnmeldungen, die anders funktionieren:
- Fehlermeldung: muss nach Behebung aktiv am Bedienteil quittiert werden
- Warnmeldung: startet den Heizbetrieb automatisch wieder, sobald die Ursache beseitigt ist
Beispiel für eine Warnmeldung
Eine typische Warnmeldung, die am CP‑Plus-Bedienteil angezeigt wird, ist der Code W 412 H. Er weist darauf hin, dass das Fenster oberhalb des Heizungskamins geöffnet ist. Ausgelöst wird diese Meldung durch einen kleinen Schalter am Fensterrahmen, der die Stromversorgung der Heizung trennt. So wird verhindert, dass Abgase ins Fahrzeuginnere gelangen. Sobald das Fenster wieder geschlossen wird, wird die Stromversorgung wiederhergestellt und die Heizung startet automatisch erneut.
Weitere Fehlercodes und wie man sie behebt
Eine weitere Möglichkeit, Fehlercodes abzulesen, besteht direkt an der Platine der Truma Combi. Dort blinkt eine rote LED zehnmal (bei älteren Geräten achtmal).
Fehlercode ablesen:
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- Länge und Anzahl der Blinkzeichen entspricht dem Fehlercode.
- Auf der Truma-Website unter "Service Fehlercodes" finden Sie Ursache und Maßnahmen für jede Warn- und Fehlermeldung.
Besitzer eines modernen Truma iNet‑X‑Bedienpanels sehen die Fehlermeldung bereits verständlich auf dem Display.
Typische Fehler, die Sie selbst beheben können:
- E 122 H: (Combi‑D‑Dieselheizung) zu wenig Kraftstoff im Tank
- W 401 H: Boiler leer
- W 303 H / W 411 H: Niedriger Bordbatteriestand
- W 45 H / W 407 H: keine 230‑V‑Spannung:
Typische Fehler bei einer Warmwasserheizung
Bei einer Alde-Compact-Warmwasserheizung treten viele Meldungen aufgrund derselben Ursachen wie bei Truma Combi auf: fehlende Gaszufuhr oder geringe Bordspannung.
Andere Fehler kommen nur bei Wasserheizungen vor, zum Beispiel: Überhitzung des Wasser-Glykol-Gemischs
- Ursachen: defekte Umwälzpumpe oder Luft im System
- Umwälzpumpe defekt: Fachmann hinzuziehen
- Luft im System: selbst entlüften (Anleitung im Handbuch / Alde-Website)
Vorübergehende Störungen wie ein zu langsam laufender Lüfter bei Alde Compact können sich oft von selbst beheben.
Fehleranzeige im Alde-Panel:
- LED der Ein-/Aus-Taste leuchtet rot
- Ursache beheben Untermenü "Reset" drücken
- Sonderfall Gasunterbrechung: 12‑Volt-Stecker vom Heizkessel kurz abziehen und wieder anschließen
Was tun, wenn ein Fehler nicht selbst behoben werden kann?
Nicht alle Störungen lassen sich selbst beheben. Es gibt Situationen, in denen ein Fachmann oder eine Fachfrau nötig ist, um die Heizung wieder zuverlässig zum Laufen zu bringen. Dazu zählen zum Beispiel eine defekte Umwälzpumpe, die den Wasserfluss in der Heizungsanlage unterbricht, oder ein Elektronikfehler, der sich nicht durch einfache Neustarts beheben lässt. Auch wiederkehrende Störungen trotz überprüfter Gas- und Stromversorgung sind ein klarer Hinweis darauf, dass professionelle Unterstützung erforderlich ist.
In solchen Fällen stehen die Service-Center von Truma in Putzbrunn und Alde in Euerbach zur Verfügung. Darüber hinaus bietet Truma in Deutschland einen mobilen Service mit eigenen Technikern, die direkt zum Wohnmobil auf den Campingplatz oder nach Hause kommen. Externe Service-Partner in Deutschland und Europa können ebenfalls helfen – teilweise telefonisch, teilweise vor Ort.
Mögliche Anlaufstellen:
- Truma Service-Center Putzbrunn (Deutschland)
- Alde Service-Center Euerbach (Deutschland)
- Mobiler Service Truma Techniker kommen zum Wohnmobil auf Campingplatz oder nach Hause
- Externe Service-Partner in Deutschland & Europa Teilweise mobiler oder telefonischer Service. Vor-Ort-Hilfe je nach Anbieter
Heizungs-Zubehör, das Probleme beim Wintercamping verhindert
Einige Störungen lassen sich durch sinnvolles Zubehör vermeiden oder deutlich eingrenzen. Praktische Helfer sind vor allem für den Winterbetrieb wichtig.
Truma Eis‑Ex: Ein Beispiel ist die Reglerheizung Truma Eis‑Ex. Sie beheizt elektrisch den Gasdruckregler im Winter und verhindert, dass dieser einfriert. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie bei Minustemperaturen längere Zeit stehen – dann kann der Gasdruckregler sonst zufrieren und die Gaszufuhr unterbrechen.
Fenster-/Kamin‑Kontaktschalter: Ein anderes Beispiel sind elektrische Kontaktschalter an Fenstern über dem Heizungskamin. Sie erkennen geöffnete Fenster und unterbrechen die Heizung elektrisch, bevor Abgase ins Fahrzeuginnere gelangen. Diesen sollte man kennen, um Fehlermeldungen die hierdurch ausgelöst werden, gleich als solche zu erkennen.
5 Maßnahmen, die Ausfälle vorbeugen
Die regelmäßige und richtige Wartung verhindert überraschende Ausfälle und sorgt dafür, dass Ihre Heizung auch im Winter zuverlässig arbeitet.
Truma Combi: Boilerpflege und Entkalken
Bei Luftheizungen wie der Truma Combi ist der Wartungsaufwand überschaubar. Der Hersteller empfiehlt, den Boiler regelmäßig zu entkeimen und zu entkalken. Handelsübliche Reinigungsmittel aus dem Campingfachhandel eignen sich für die Entkeimung, für die Entkalkung kann verdünnte Essigessenz oder Zitronensäure verwendet werden. Zusätzlich sollte das Wasser im Boiler regelmäßig auf 70 °C erhitzt werden.
Frostwächter prüfen
Besitzer einer Combi-Heizung sollten das Ablassventil des Boilers, den sogenannten Frostwächter, mindestens zweimal pro Jahr betätigen. So wird der störungsfreie Betrieb geprüft und Kalkablagerungen im Ventil verhindert.
Alde Compact: Luftpuffer erneuern
Bei Alde Compact-Warmwasserheizungen muss nach jeweils zehn Betriebstagen das Luftpolster im Heizkessel erneuert werden. Dieser Luftpuffer sorgt dafür, dass sich das Wasser beim Erhitzen ausdehnen kann und Druckstöße abgedämpft werden.
Vorgehensweise:
- Wasserpumpe ausschalten und Armatur öffnen, um Druck abzulassen
- Ablassventil des Boilers fünf bis zehn Sekunden öffnen, dann schließen
- Wasserpumpe wieder einschalten, bis aus dem Wasserhahn ein kräftiger Strahl fließt
Ein anschauliches Video zur Erneuerung des Luftpolsters ist auf dem YouTube-Kanal von Alde verfügbar.
Wasser-Glykol-Mischung prüfen
Die Mischung sollte etwa 40 % Glykol und 60 % entionisiertes Wasser betragen. Alle zwei bis fünf Jahre empfiehlt Alde, die Flüssigkeit auszutauschen. Im Ausgleichsbehälter sollte der Pegel bei kalter Anlage etwa einen Zentimeter über dem Minimum liegen. Ist er niedriger, muss nachgefüllt werden.
Luft im System entfernen
Wenn nur heizungsnahe Konvektoren warm werden, ist Luft im System die Ursache. Bei ausgeschalteter Heizung werden die Entlüftungsschrauben geöffnet, bis Wasser-Glykol-Gemisch austritt, und danach wieder geschlossen.
Viele dieser Tipps gelten auch für Heizungen anderer Hersteller, je nachdem, ob es sich um eine Luft- oder Wasserheizung handelt.
