Camper-Traumziel am anderen Ende der Welt
Die atemberaubende Natur Neuseelands lässt sich am besten mit dem Wohnmobil erkunden.
Schneebedeckte Berge, türkisfarbene Seen, endlose Strände – und das ohne Menschenmassen und Lärm. Neuseeland macht's möglich!
Die Zahlen sprechen für sich: Laut Camper Days, einer Plattform für weltweite Reisemobil-Buchungen, verzeichnete Neuseeland von 2022 bis 2025 einen Buchungsanstieg von 96 %. Immer mehr abenteuerlustige Reisende entdecken das Land der Kiwis als perfektes Reiseziel – während andere Fern-Destinationen wie die USA an Beliebtheit verlieren.
Warum ist Neuseeland so beliebt? Weil Neuseeland alles bietet, was das Camper-Herz begehrt: spektakuläre Landschaften, flexible Übernachtungsmöglichkeiten und eine Infrastruktur, die Roadtrips zum Kinderspiel macht.
Neuseeland ist das Paradies für Camper
Hier dürfen Sie an vielen Orten kostenlos übernachten, die Infrastruktur ist perfekt für Roadtrips, und die Landschaften sind atemberaubend vielfältig. Doch bevor es losgeht, stellen sich viele Fragen: Wie viel kosten Campingplätze in Neuseeland? Was kostet ein Camper pro Tag? Und ist Wildcampen erlaubt? All das klären wir hier – damit Ihr Trip unvergesslich wird.
1. Die besten Camping-Regionen in Neuseeland
Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln, die völlig unterschiedliche Camping-Erlebnisse bieten. Die Nordinsel mit zahlreichen Vulkanen und Stränden ist perfekt für alle, die Abwechslung lieben. Die Südinsel ist das Abenteuer-Paradies mit Gletschern, Fjorden und einsamer Wildnis.
Highlights der Nordinsel
- Die Coromandel Peninsula ist ein Traum für Strandliebhaber: Am Hot Water Beach graben Sie bei Ebbe Ihr eigenes Thermalbad in den Sand – pure Entspannung!
- Abenteurer kommen im Tongariro Nationalpark auf ihre Kosten: Der Alpine Crossing zählt zu den spektakulärsten Tageswanderungen der Welt.
- In Rotorua erwarten Sie brodelnde Geysire, Maori-Kultur und Mountainbike-Trails. Von Wellington aus lohnt sich ein Abstecher zur Kapiti Coast.
Camping-Tipps auf Neuseelands Nordinsel:
- Hahei Holiday Park (Coromandel Peninsula): Direkt am Meer mit Blick auf die berühmte Cathedral Cove – perfekt für Strandliebhaber und Sonnenuntergangs-Fans.
- National Park Village (Tongariro Nationalpark): Ideal für Wanderer: Startpunkt für den Tongariro Alpine Crossing mit Blick auf die Vulkane.
- Blue Lake Top 10 Holiday Park (Rotorua): Familienfreundlich mit Pool, Spielplatz und Nähe zu Geysiren und Maori-Kultur.
- Waikanae Beach Holiday Park (Kapiti Coast): Strandnaher Campingplatz mit direktem Zugang zum Pazifik – perfekt für entspannte Tage.
Highlights der Südinsel
- Hier lockt Natur pur: Im Fiordland Nationalpark ist der Milford Sound ein absolutes Muss – seine steilen Felswände und Wasserfälle sind atemberaubend. Der Abel Tasman Nationalpark begeistert mit goldenen Stränden und türkisblauem Wasser. Im Aoraki/Mt. Cook Nationalpark thront Neuseelands höchster Berg über einsamen Gletschern.
- An der West Coast erwarten Sie wilde Natur, Gletscher und ein mystischer Regenwald. Queenstown & Wanaka sind das Abenteuer-Mekka der Südinsel.
Camping-Tipps auf Neuseelands Südinsel:
- Milford Sound Lodge (Fiordland Nationalpark): Komfortable Übernachtung mit spektakulärem Blick auf die Fjorde – ideal nach einer Milford Sound-Tour.
- Cascade Creek (Fiordland Nationalpark): Einfacher DOC-Platz mitten in der Wildnis – perfekt für Naturliebhaber und Sternengucker.
- Totaranui Campground (Abel Tasman Nationalpark): Einer der schönsten Plätze Neuseelands: Goldener Sandstrand und türkisfarbenes Wasser direkt vor der Zeltklappe.
- White Horse Hill Campground (Aoraki/Mt. Cook Nationalpark): Einfacher Platz mit atemberaubendem Blick auf Neuseelands höchsten Berg – ein Muss für Bergfans.
- Punakaiki Beach Camp (West Coast): Direkt neben den berühmten Pancake Rocks – magisch bei Sonnenuntergang und Flut.
- Queenstown Lakeview Holiday Park (Queenstown): Luxuriöser Campingplatz mit Seeblick – perfekt für Abenteurer und Entspannungssuchende.
Die Neuseeländerinnen und Neuseeländer werden von den meisten Reisenden als überaus hilfsbereit und gesprächig erlebt – nutzen Sie die Chance, neue Leute kennenzulernen. Und vielleicht sogar einen Insider-Tipp für ein Reiseziel zu bekommen. Vergessen Sie jedoch nicht, auch die Stille zu genießen: Neuseeland ist reich an unberührter Natur.
2. Arten von Camping in Neuseeland: Was passt zu Ihnen?
In Neuseeland gibt es verschiedene Camping-Optionen – je nach Budget und Komfortanspruch. Vom Wildcamping bis zum Glamping ist hier alles geboten.
- Freedom Camping bedeutet: Sie dürfen an ausgewiesenen Stellen kostenlos campen. Aber Achtung: Wildcampen ist nicht überall erlaubt! In Naturschutzgebieten, an Stränden oder in Städten sind Strafen bis zu 200 NZD möglich! Außerdem ist Wildcampen nur für autarke Fahrzeug erlaubt, die Toilette, Frisch- und Abwasser an Bord haben. Tipp: Die CamperMate-App zeigt alle legalen Spots.
- DOC-Campsites sind einfache Plätze mit Trockentoilette und manchmal Wasser. Die Kosten: 6–15 NZD pro Person/Nacht. Sie liegen oft in Nationalparks und sind so perfekt für Wandertouren. Allerdings gibt es auf diesen Plätzen keine Stromversorgung und keine Duschen.
- Private Campgrounds & Holiday Parks bieten Stellplätze mit Strom, Duschen, Küche und oft sogar Pools oder Spielplätzen. Sie sind ideal für Familien oder wenn Sie mal ein paar Tage Infrastruktur (Strom, Wasser, Waschmaschine) benötigen. Ihre Kosten liegen mit 20–40 NZD pro Nacht über den DOC-Plätzen.
- Die Gelegenheit für Glamping und Luxus-Camping bietet sich in Neuseeland genauso. Wer sonst lieber in Hotels unterwegs ist oder mal eine Pause vom Wohnmobil oder Campingbus braucht, kann mit naturnahen Mietunterkünften ein einmaliges Erlebnis buchen. Dazu gehören beispielsweise PurePods (Glas-Hütten mit Panoramablick) oder Domescapes (geodätische Kuppelzelte).
- In Underhill Valley in Waikato kann man in einer Art Hobbit-Unterkunft halb unter der Erde übernachten. Die Kosten liegen bei: 150–300 NZD pro Nacht.
Spartipp Selbstausbau-Camper: Ein selbstgebauter Campervan spart langfristig Geld. Wie das geht? In diesem Artikel zeigen zwei deutsche Abenteurer den Selbstausbau in Neuseeland: Sie kauften in Auckland einen gebrauchten Toyota Hiace für 3.000 € und bauten ihn in 10 Tagen selbst aus.
Sie wollen nicht selbst ausbauen? Wer Glück hat, findet auf einschlägigen Internet-Portalen einen DIY-Camper, den man günstig kaufen und wieder verkaufen kann, was potenziell günstiger ist als einen Camper zu mieten (camplify.co.nz).
4. Praktische Tipps für Ihr Neuseeland-Camping-Abenteuer
Diese Punkte sollten Sie bei der Vorbereitung in Europa beachten.
Anreise & Transport: Die schnellste Verbindung führt über Dubai, Singapur oder Los Angeles. Die Flugzeit beträgt etwa 22 Stunden.
Was kostet ein Camper pro Tag? Die Kosten pro Tag liegen für einen Camper für zwei Personen ab 50 NZD (in der Nebensaison) bis 150 NZD (in der Hochsaison). Zu den beliebtesten Anbietern gehören: Apollo (große Auswahl, gute Bewertungen), Britz (hoher Komfort, teurer), Jucy (günstig, aber einfacher Standard), Maui (Luxus-Camper, ideal für Familien). Tipp: Buchen Sie mindestens 3–6 Monate im Voraus, besonders in der Hochsaison (Dezember–Februar).
Wann sollte man einen Camper in Neuseeland mieten?
Das ist die beste Reisezeit für Camper:
- Dezember–Februar: Hochsaison, warm, aber teuer und voll.
- März–Mai: Günstiger, weniger Touristen, noch warm.
- September–November: Frühling, blühende Natur, gute Preise.
- Juni–August: Winter, kalt, aber ideal für Skiurlaub in Queenstown.
Kosten: Was Sie einplanen sollten
- Miet-Camper: 50–150 NZD pro Tag.
- DOC-Campsites: 6–15 NZD pro Person/Nacht.
- Private Campgrounds: 20–40 NZD pro Nacht.
- Sprit: 150–200 NZD für 1.000 km.
- Lebensmittel: 80–120 NZD pro Woche.
Sicherheit & Gesundheit: Was müssen Sie beachten?
Neuseelands Wetter ist unberechenbar – besonders in den Bergen. Selbst an sonnigen Tagen kann es innerhalb weniger Minuten eiskalt werden. Ein warmer Pullover, eine winddichte Jacke und eine Mütze sollten immer griffbereit sein, auch wenn die Sonne noch so einladend scheint.
Neuseelands Sandflies (zu Deutsch: Sandfliegen; auch "Blackflies" genannt) sind berüchtigt für ihre juckenden Stiche. Besonders aktiv sind sie in feuchten Gebieten wie den West Coast-Fjorden oder an Flussufern. DEET-haltiges Insektenspray ist daher absolut Pflicht – am besten mit einem mindestens 30%igen DEET-Anteil. Tragen Sie außerdem lange Kleidung, besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden, wenn die Plagegeister am aktivsten sind.
Nachhaltigkeit: So hinterlassen Sie keine Spuren
"Leave no trace" ist in Neuseeland kein Rat, sondern ein Gesetz: Jeder Müll kommt wieder mit – auch Bananenschalen oder Apfelreste. DOC-Campsites haben oft knappe Wasserreserven, also sparsam duschen und Geschirr waschen.
Und bleiben Sie auf den Wegen: Abseits der Pfade zerstören Sie empfindliche Ökosysteme – und riskieren saftige Strafen. Kurz: Genießen Sie die Natur, aber hinterlassen Sie nichts als Fußabdrücke!
5. Klassische Roadtrip-Routen für Camper
Das sind die beliebtesten Routen, die einen Großteil der Highlights des Landes abdecken.
Nordinsel in 2 Wochen: Von Auckland bis Wellington
- Auckland (Startpunkt, Fahrzeug mieten/kaufen).
- Coromandel (Hot Water Beach, Cathedral Cove).
- Rotorua (Geysire, Maori-Kultur).
- Taupo & Tongariro (Vulkane, Wanderungen).
- Wellington (möglicherweise Fähre zur Südinsel).
Südinsel in 3 Wochen: Von Christchurch bis Queenstown
- Christchurch (Startpunkt).
- Lake Tekapo (Sternenhimmel, Lupinenfelder).
- Mt. Cook (Gletscherwanderungen).
- Queenstown (Abenteuersport, Weinproben).
- Fiordland (Milford Sound).
- West Coast (Pancake Rocks, Gletscher).
- Nelson & Abel Tasman (Strände, Kajaktouren).
Die große Neuseeland-Rundreise (4–6 Wochen)
Kombinieren Sie beide Inseln und nehmen Sie sich Zeit für Abstecher wie Stewart Island (Wildnis pur) oder die Catlins (Pinguine & Wasserfälle).
6. Checkliste: So bereiten Sie Ihre Neuseeland-Reise vor
- Reisedokumente: Reisepass (mind. 3 Monate gültig). Visum (3 Monate visumfrei, Working Holiday Visum ca. 200 €). Internationaler Führerschein.
- Buchungen: Flug (ab 1.200 Euro hin und zurück). Miet-Camper oder Fahrzeugkauf. Fähre zwischen Nord- und Südinsel.
- Ausrüstung: Zelt/Schlafsack. Kocher, Geschirr, Wasserfilter. Regenkleidung & warme Jacke. Sandfly-Spray & Sonnencreme.
- Apps & Tools: CamperMate (Campingplätze, Entsorgung, Wasser). Maps.me (Offline-Karten). MetService (Wettervorhersage).
- Geld: Kreditkarte (Visa/Mastercard). Bargeld (für DOC-Campsites & kleine Läden).
