"Stranger Things"-Star gegen Zombie-Pilz: Das sind die Kino-Highlights der Woche
Es war einer der größten Serien-Hypes seit "Breaking Bad" und "Game of Thrones": Vor wenigen Wochen endete die gefeierte Netflix-Mystery "Stranger Things" mit Staffel fünf, jetzt kehrt in der fiktiven Kleinstadt Hawkins endlich wieder Ruhe ein. Wie geht's wohl weiter mit den Karrieren der zahlreichen jungen Darstellerinnen und Darsteller, die mit der Serie zu Stars wurden? Joe Keery (Steve) hätte wohl Chancen auf eine erfolgreiche Musikkarriere, erst kürzlich eroberte er mit dem Song "End Of Beginning" überraschend die Spitze der US-Charts. Die Zukunft liegt für ihn aber wohl doch eher beim Film: Sein neuestes Projekt ist die Sci-Fi-Komödie "Cold Storage", die jetzt im Kino startet.
Was das Publikum in dieser Woche außerdem erwartet: Emma Thompson wird in "Dead of Winter" zur Einzelkämpferin im tödlichen Eis, und in "Dust Bunny" kämpft Mads Mikkelsen gegen das mörderische Monster unter dem Bett.
Cold Storage
In der düsteren Schattenwelt von "Stranger Things" kämpfte Joe Keery als Steve Harrington gegen abscheuliche Monster wie den Mind Flayer, den Demogorgon und Oberschurke Vecna. In "Cold Storage" bekommt er es jetzt mit einer ganz anderen Sorte Endgegner zu tun: ein fieser Pilz-Parasit, der jahrelang in irgendwelchen Lagerräumen vor sich hin gammelte und dann plötzlich für ultimatives Splatter-Chaos sorgt.
Ausgedacht hat sich die "Cold Storage"-Geschichte der renommierte Drehbuchautor David Koepp, der bereits bei zahlreichen Blockbuster-Produktionen wie "Jurassic Park", "Mission: Impossible", "Krieg der Welten" sowie zwei "Indiana Jones"-Filmen mitwirkte. Die Inszenierung übernahm der Brite Jonny Campbell. Der kann seinerseits noch keine großen Kino-Erfolge vorweisen ("Cold Storage" ist nach dem Sci-Fi-Klamauk "Alien Autopsy" von 2006 erst sein zweiter Film), arbeitete dafür aber schon an einigen bekannten TV-Serien ("Doctor Who", "Westworld"). Der "Cold Storage"-Cast wird in einer Nebenrolle von Hollywood-Promi Liam Neeson ergänzt.
Die Handlung startet in einem typisch amerikanischen Self-Storage-Lager (so wie manche sie vielleicht aus der Dokutainment-Serie "Storage Wars" kennen). Teacake (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell) arbeiten hier - eigentlich ein total langweiliger Job, aber dann beginnt für die beiden Hauptfiguren die "wildeste Nachtschicht ihres Lebens". In den Lagerräumen bricht ein Pilz aus, der einst vom Militär gezüchtet wurde und jetzt Tiere sowie Menschen in eklige Zombie-Kreaturen mit explodierenden Köpfen verwandelt. Gelingt es Teacake und Naomi gemeinsam mit Anti-Bioterror-Agent Robert Quinn (Liam Neeson), die Welt vor dem Untergang zu bewahren?
Dead of Winter - Eisige Stille
"Das ist ein Notfall! Hier hat eine Entführung stattgefunden! Ist da irgendjemand?" - Eine Frau, dick eingepackt mit Wollmütze und Schneeanzug, setzt über das Funkgerät in ihrem Auto einen Notruf ab. Kein Empfang, keine Antwort, die nächste Stadt unendlich weit weg, rundherum nur Eis und Kälte. Dann muss sich die besagte Frau, verkörpert von Oscargewinnerin Emma Thompson, wohl selbst um die Sache kümmern.
Der Einstieg in den Thriller "Dead of Winter - Eisige Stille", noch vor dem verzweifelten Funk-Notruf, ist schon alles andere als schön oder idyllisch: Der Mann von Barb (Thompson) stirbt. Weil die beiden gemeinsam einen Laden für Angelbedarf betrieben haben und zudem immer leidenschaftliche Eisfischer waren, soll Barb seine Asche nun irgendwo in Minnesota in einem See versenken. Das war der letzte Wunsch ihres Gatten.
Barb fährt also in einem trüb-grauen Setting hinaus, weit weg von Strom und Zivilisation, und macht sich ans Werk. Dann hört sie einen Schuss und sieht einen Mann, der einer jungen Frau in Handschellen hinterherrennt. Weil sonst niemand helfen kann und alle Notrufe unerhört bleiben, macht Barb sich notgedrungen selbst an eine Befreiungsaktion. Sie kennt sich gut aus in der Gegend und weiß, wie sie sich das eisige Setting zunutze machen kann.
Die frostigen Weiten von Minnesotas großen Seen - hier liegen sie übrigens irgendwo zwischen Köln und dem subarktischen Koli in Finnland, wo die Dreharbeiten zu "Dead Of Winter" stattfanden. Bei dem Survival-Thriller von Regisseur Brian Kirk (Drehbuch: Nicholas Jacobson-Larson, Dalton Leeb) handelt es sich um eine amerikanisch-deutsche Koproduktion, an der unter anderem auch das ZDF beteiligt ist. Hinter der Kamera wirkte auch viel deutsches Personal mit, darunter etwa Kameramann Christopher Ross ("Die Schwimmerinnen") und Komponist Volker Bertelmann ("Im Westen nichts Neues", "Dune").
Dust Bunny
Bryan Fuller und Mads Mikkelsen endlich wieder vereint, das kann eigentlich nur gut werden. Von 2013 bis 2015 arbeiteten die beiden erstmals intensiv zusammen, um mit "Hannibal" eine der fesselndsten, stylischsten und grausigsten Psychothriller-Serien aller Zeiten zu kreieren - mit Fuller als Showrunner und Mikkelsen als menschenfressender Dr. Hannibal Lecter. Über zehn Jahre nach "Hannibal" haben Fuller und Mikkelsen nun einen Kinofilm gedreht: die Fantasy-Groteske "Dust Bunny".
Mikkelsen ist auf dem Papier der große Star in diesem Film (neben Sigourney Weaver, die in einer Nebenrolle mitwirkt), im Fokus steht aber vor allem ein junges Mädchen: Aurora (Sophie Sloan), acht Jahre alt, lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Apartment in New York, und sie hat große Angst vor dem Monster unter ihrem Bett.
Was sonst mit einer netten Gutenachtgeschichte enden würde, erwächst bei Bryan Fuller (Regie, Drehbuch, Produktion) zu einer spektakulären Mischung aus düsterer Märchenstunde und actiongeladenem Thriller: Das Monster unter dem Bett tötet Auroras Eltern (oder zumindest nimmt die Kleine es so wahr). Kurz darauf wendet das Mädchen sich an ihren Nachbarn aus der Wohneinheit 5B (Mads Mikkelsen): Sie hat gesehen, wie er ein paar gemeine Typen auf der Straße zerlegt hat, und möchte ihn nun als Killer engagieren, um das Monster umzubringen.