Nach positivem Test: Biathletin Passler darf doch starten
Am Freitag gab das Nationale Berufungsgericht der italienischen Anti-Doping-Agentur NADO grünes Licht für eine Teilnahme. War ein Nutella-Löffel schuld?
Die positiv auf eine verbotene Substanz getestete Biathletin Rebecca Passler darf nun doch bei den Olympischen Winterspielen starten. Das Nationale Berufungsgericht der italienischen Anti-Doping-Agentur NADO gab der Berufung Passlers gegen die vorläufige Suspendierung statt und erkannte die "offensichtliche Begründetheit der unbeabsichtigten Einnahme oder der unwissentlichen Kontamination mit der betreffenden Substanz" an.
Passler (24) war am 2. Februar vorläufig gesperrt worden, nachdem sie bei einer Dopingkontrolle außerhalb des Wettkampfs positiv auf Letrozol getestet worden war, ein Antiöstrogen, das in der Brustkrebstherapie eingesetzt wird. In der Folge hatte sie argumentiert, dass es sich bei dem Befund "um einen Fall von Kontamination handelt, für den die Athletin keine Schuld trifft".
Angeblich soll ein Löffel kontaminiert gewesen sein, den Passler in einem Nutella-Glas zusammen mit ihrer Mutter genutzt hatte. Dies berichten italienische Medien. Ihre Mutter leidet demnach an Brustkrebs und verwendet zur Therapie das Mittel Letrozol.
Am Mittwoch hatte Passler noch vor der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshof CAS eine Niederlage kassiert, da sich dieser "nicht zuständig fühlte" und an die NADO verwies - die nun grünes Licht gab. "Es waren sehr schwierige Tage. Ich habe immer an meine gute Absicht geglaubt", sagte Passler: "Ich danke allen, die mir geholfen haben. Jetzt kann ich mich endlich wieder zu 100 Prozent auf Biathlon konzentrieren."
Der italienische Wintersportverband (FISI) "begrüßt das Ergebnis der Berufung, das Rebecca die Rückkehr ins Team ermöglicht", sagte FISI-Präsident Flavio Roda. Passler soll sich am Montag der Mannschaft anschließen. Damit ist auch ein Start mit der italienischen Staffel am Mittwoch (14.45 Uhr) möglich. Die Entscheidung darüber falle "am Dienstag", sagte Klaus Höllrigl, Sportdirektor der italienischen Biathleten: "Wir werden die beiden Trainings beobachten, in welchem Zustand sie körperlich und mental ist."
Passler, die wenige Kilometer von Antholz in Bruneck in Südtirol geboren wurde, erreichte in der laufenden Weltcup-Saison zweimal den elften Platz und damit ihre besten Resultate auf dieser Ebene. Sie ist eine Nichte von Johann Passler, einem zweifachen Biathlon-Olympiamedaillengewinner von Calgary 1988.