Eisschnelllauf: Topstar Leerdam holt Gold über 1000 m
Die Niederländerin liefert in Mailand ab und krönt ihre Karriere. Anna Ostlender verpasst die Top Ten klar.
Der schillernde niederländische Eisschnelllauf-Star Jutta Leerdam hat sich den Traum von Olympia-Gold erfüllt. Die 27-Jährige triumphierte über 1000 m in olympischem Rekord von 1:12,31 Minuten, gleich nach dem Zieleinlauf kullerten Freudentränen. Leerdam siegte mit 28 Hundertsteln vor ihrer Landsfrau Femke Kok sowie der Japanerin Miho Takagi (+1,64 Sekunden). In Peking vor vier Jahren war Leerdam noch hinter Takagi Zweite geworden, 2020 und 2023 hatte sie sich über ihre Paradestrecke jeweils den WM-Titel gesichert.
"Das ist surreal", sagte die Siegerin mit Tränen in den Augen: "Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich kann es kaum erwarten, mit meiner Familie und meinen Freunden zu feiern. Es ist einfach ein Traum, der wahr geworden ist."
So präsentiert sich Jutta Leerdam bei Instagram
Leerdam hatte im Vorfeld des Rennens für Aufsehen gesorgt. Die Verlobte des US-amerikanischen Box-Influencers Jake Paul, der auf der Tribüne mitfieberte und ebenfalls weinte, war im Privatjet inklusive personalisierter Canapés nach Mailand gereist. In der Heimat hatte es nach diesen extravaganten Trip Kritik gehagelt, Leerdam weigerte sich daraufhin, mit der niederländischen Presse zu sprechen. Die sportliche Antwort gab das Glamour Girl mit den fünf Millionen Followern auf Instagram am Montagabend im Milano Speed Skating Stadium.
Anna Ostlender spielte bei ihrer Olympia-Premiere im Kampf um die vorderen Plätze erwartungsgemäß keine Rolle. Die einzige deutsche Starterin blieb mit einer Zeit von 1:16,83 Minuten im Rahmen ihrer Möglichkeiten und landete auf Platz 21. Bei der WM im Vorjahr war die 23-Jährige über die 1000 m auf Rang 20 gelandet.
Am Mittwoch hat dann der deutsche Hoffnungsträger Finn Sonnekalb (18) über seine Nebenstrecke 1000 m seinen ersten Start bei den Spielen.