Innenministerium hat China-Stromer genau im Blick
Das Bundesinnenministerium und die Sicherheitsbehörden sehen bei voll vernetzten chinesischen Autos ein gewisses Spionage-Potenzial, das es zu beobachten gilt.
Fahrzeuge, die mit Kamera- und Radarsystemen ausgestattet sind, die sich auch zum Ausspähen von Sicherheitsbereichen nutzen lassen, dürfen bestimmte Flächen der Bundeswehr nicht mehr befahren. Dabei haben die Sicherheitsbehörden besondere chinesische Fahrzeuge im Fokus, deren Daten in China verarbeitet werden.
"Aufgrund der steigenden Marktanteile chinesischer Autohersteller im europäischen Markt, der geopolitischen Lage und der chinesischen Machtambitionen ergibt sich die Notwendigkeit, mögliche Risiken chinesischer Fahrzeuge genau im Blick zu haben", teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI) auto motor und sport mit. "Nach derzeitigem Kenntnisstand im BMI verfügen chinesische Fahrzeuge über hochkomplexe und vernetzte Systeme."
Bundeswehr verfügt Zufahrtsverbote
Das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) hat auf Anfrage von auto motor und sport bestätigt, dass es "Zufahrtverbote für gewisse Fahrzeugtypen für spezielle Sicherheitsbereiche gibt". Ein Ministeriumssprecher sagte dem Magazin: "Grundsätzlich stellen aus Sicht der militärischen Sicherheit alle Sensoren eines Fahrzeugs, die für eine Ausspähung geeignet sind, eine Bedrohung dar. Darunter fallen Kamera- und Radarsysteme, Mikrofone sowie selbstständige und fernsteuerbare Datenübertragungssysteme. Aus diesem Grund muss bei Bedarf die Zufahrt zu sicherheitsempfindlichen Bereichen eingeschränkt werden." Details zu den Maßnahmen und Orten wollten beide Ministerien nicht mitteilen.
Verschiedene Medien hatten Ende Januar über Planungen Polens berichtet, chinesischen Autos den Zugang zu Militäranlagen sowie das Parken in deren Nähe zu versagen. Die Behörden des Nachbarlandes befürchten, dass sensible Informationen auf Servern in China gespeichert und genutzt werden könnten.
