So viele wollen gar nicht sparen!
Die Mehrheit der Pkw-Halter muss im Abrechnungsjahr erneut höhere Prämien für die Kfz-Versicherung bezahlen. Das geht aus einer repräsentativen Online-Befragung hervor, die Ende Januar 2026 im Auftrag von Verivox durchgeführt wurde.
60,3 Prozent der Befragten berichten von einer Beitragserhöhung im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 22,3 Prozent zahlten zwar nicht mehr als zuvor, erhielten jedoch auch keine Reduzierung, obwohl sie innerhalb der vergangenen zwölf Monate keinen Schaden gemeldet hatten.
Damit sind insgesamt 82,6 Prozent entweder direkt oder faktisch von einer ausbleibenden Beitragsentlastung betroffen. Lediglich 10,7 Prozent gaben an, dass ihre Versicherung günstiger geworden ist. 6,6 Prozent konnten keine Angabe machen.
Unterschiede zwischen den Versicherungsarten
Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Tarifarten. Besonders häufig wurden Beitragserhöhungen in der Vollkasko gemeldet. 65,2 Prozent der dort Versicherten zahlten mehr als im Vorjahr. Bei der Teilkasko lag dieser Wert bei 57,2 Prozent, in der reinen Haftpflichtversicherung bei 52,1 Prozent.
Gleichzeitig blieb der Beitrag bei 29,9 Prozent der Haftpflichtversicherten unverändert. In der Vollkasko traf dies nur auf 19,8 Prozent zu. Der Anteil derjenigen mit Beitragssenkung bewegte sich je nach Sparte zwischen 7,7 und 13,1 Prozent.
Nach Angaben von Verivox verweisen Versicherer weiterhin auf steigende Ersatzteilpreise sowie höhere Reparaturkosten. Bei der Vollkasko kommt hinzu, dass vor allem jüngere Fahrzeuge versichert werden, deren Restwerte bei Totalschäden entsprechend hoch sind. Die Haftpflichtversicherung profitiert dagegen vom vergleichsweise hohen Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands in Deutschland, was im Schadenfall tendenziell geringere Reparaturkosten zur Folge haben kann.
Reaktionen der Versicherten
Trotz der erneuten Beitragsrunde bleibt das Wechselverhalten zurückhaltend. 78,2 Prozent der von einer Erhöhung betroffenen Befragten zahlten den höheren Beitrag ohne Anpassung ihres Vertrags. 10,0 Prozent wechselten zu einem anderen Anbieter.
4,5 Prozent überprüften ihre tarifrelevanten Angaben und nahmen Änderungen vor, etwa bei der jährlichen Fahrleistung oder der Anzahl der Fahrer. 3,7 Prozent wechselten in einen günstigeren Tarif beim bisherigen Versicherer oder reduzierten ergänzende Leistungen. 2,3 Prozent senkten ihren Versicherungsschutz durch einen Wechsel von der Vollkasko in die Teilkasko oder in die reine Haftpflicht.
Die Daten zeigen zudem, dass 23,4 Prozent der Befragten nicht wissen, wann ihre Vertragslaufzeit endet. 40,8 Prozent nennen den 1. Januar als Stichtag, während 35,8 Prozent einen anderen Termin angeben.
Methodische Einordnung
Für die Untersuchung wurden 1.026 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt, die im Besitz eines Pkw sind und Versicherungsentscheidungen mit oder allein verantworten. Die Stichprobe ist nach Alter, Geschlecht und Bundesland bevölkerungsrepräsentativ. Die Erhebung erfolgte online im Januar 2026.
